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Hunt: Showdown

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Horror im Wilden Westen

Man braucht weder 100 Spieler noch ein Battle Royale, um einen spannenden Überlebenskampf zu inszenieren – diese Einsicht ist nicht neu. Allerdings gibt es wenige Spiele, die sie so eindringlich vermitteln wie Hunt: Showdown. Ein Dutzend Spieler machen dort seit August letzten Jahres Jagd auf groteske Kreaturen; nicht miteinander, sondern im tödlichen Wettlauf.

Schnell, hinterhältig oder gar nicht?

Ungewöhnlich ist nicht das Prinzip. Denn auch in Hunt: Showdown folgt man Markierungen, um den Weg zu mächtigen Kreaturen zu finden, trifft also früher oder später andere Spieler, die das gleiche Ziel verfolgen. Immerhin erhält man nur dann richtig fette Beute, wenn man diese Bosse tötet und ihre Überreste zu einem Ausgang am Rand der großen Karte bringt. Das kann aber eben nur einem Teilnehmer bzw. einem Team gelingen, wobei besonders fiese Gegenspieler die Beuteträger auch direkt am Ziel attackieren und um die Früchte ihrer Arbeit erleichtern könnten. Hab‘ ich gehört…

Offen ist das Ganze natürlich dank unterschiedlicher Startpositionen aller Jäger bzw. Teams sowie dadurch, dass verschiedene Wege ans Ziel führen und sich mitunter mehrere Bosse im Einsatzgebiet befinden. Abgesehen davon liegen auch in der Art des Vorgehens große Unterschiede, da manche direkt zum Ziel laufen, während andere erst später dort ankommen oder ihren Kontrahenten gar an den Markierungen auflauern. Nicht zuletzt könnte man die Beutejagd sogar komplett ignorieren. Die Schauplätze wimmeln ja vor vielen weiteren, deutlich kleineren Kreaturen, deren Ableben ebenfalls ein wenig Erfahrung bringt, mit der man sich und seine Charaktere weiterentwickelt.

Denn das ist das Ungewöhnliche an Hunt: Die Schauplätze selbst sind mehr als hübsche Fassade oder Deckung. Die zahlreichen Kreaturen stellen vielmehr eine echte Gefahr dar, falls man mal einen unüberlegten Schritt tut. Das gilt z.B. für Wasserteufel, die in flachen Gewässern, wo man nicht sprinten kann, auf Opfer lauern. Das gilt aber auch für eigentlich harmlose Zombies, an denen man meist gefahrlos vorbei schleicht, die manchmal aber eben doch unverhofft hinter einer Ecke fauchen. Immer wieder kommt es deshalb vor, dass man flüchten muss – und wehe, dabei rennt man etwas Größerem in die Arme!

Sprinten ist ohnehin keine besonders gute Idee, denn darauf werden auch Monster aufmerksam, die vorbei gehende Jäger sonst geflissentlich ignorieren. Sprinten ist außerdem eine recht laute Angelegenheit, die andere Spieler über relativ weite Entfernungen hören. Das ist nämlich eine weitere Besonderheit: Es gibt so viele Situationen, in denen man unvermittelt Lärm verursacht, der den Kreaturen wenig ausmacht, den andere Jäger aber wie ein Metal-Gear-Ausrufezeichen wahrnehmen. Glasscherben sind dabei ein ähnlich zuverlässiger Krachmacher wie von der Decke hängende Ketten oder schwere Tore, die sich ächzend und langsam öffnen.

Fallen und Öl – wie geht man’s an?

Überhaupt spielen Interaktionen mit der Umgebung eine wichtige Rolle, denn man könnte auch Öllampen anzünden, um in dunklen Häusern besser zu sehen oder Gegner anzulocken. Man kann Fenster öffnen, um Feinde vom Dachboden aus unter Beschuss zu nehmen, oder sie schließen, um unentdeckt zu bleiben. Man kann die Lampen auch nehmen und wie Brandgranaten werfen, Äxte auflesen, um für den Nahkampf gewappnet zu sein, sowie Fallen aufstellen, um sowohl Bossen als auch Jägern Schaden zuzufügen. Wichtig ist nicht zuletzt, dass man durch viele Spalten und Ritzen blickt, um z.B. ankommende Kontrahenten zu entdecken. Auch das räumt der Kulisse im Gegensatz zu den einheitlichen Wänden und Objekten anderer Spiele einen höheren Stellenwert ein.

Quelle

www.4players.de
6.4 Testergebnis
Grusel meets Wild West

Innovativ, hochspannend und taktisch tiefer als jeder Sumpf. Ich könnte den ganzen Tag Hunt spielen, weil es mir ständig vor Augen führt, dass ich wie Jon Schnee eigentlich nichts weiß. Das weckt in mir das Verlangen, diesem verfluchten Hunt zu zeigen, dass es sich irrt. Und wenn ich dann mit einem guten Partner unterwegs bin, vier Gegenspieler umniete und schließlich mit der Beute entkomme - dann ist das wie ein Rausch! Weil ich weiß, warum wir Erfolg hatten. Indem wir Hunt bewiesen haben, dass es Unrecht hatte - dieses Mal zumindest. Wie der Abspann einer erfolgreichen Runde sagt: »Du überlebst, um an einem anderen Tag zu sterben.« Jeder Shooter-Fan sollte Hunt: Showdown gespielt haben, vorausgesetzt man mag Hardcore-Gameplay und bevorzugt langsames Planen und Taktieren vor schnellem Geballer. Taktik kann man in Hunt als Religion ausüben. Wer auf sowas steht, darf sich gerne eine 94er-Wertung mit Bleistift an den Rand schreiben. Alle anderen sollten lieber unsere offizielle 89 nehmen und bei Gelegenheit in Hunt reinspielen, um die Frage, ob der Titel ins eigene Beuteschema passt, abschließend für sich zu beantworten. Trotz der mutigen Setting-Wahl und des hohen Anspruchs ist Hunt: Showdown ein Ausnahme-Shooter, der in Zeiten des abflauenden Battle-Royale-Hypes mit innovativen Ideen und gen Perfektion ausbalanciertem Gameplay seine eigene kleine Nische besetzt.

Grafik / Optik
8.5
Suchtpotenzial / Fun
5.5
Langzeitmotivation
4
Preis / Leistung
7.5
MMOGA

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