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Hitman 2

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KLON-KILLER IM EPISODENFORMAT

Schurken auf der ganzen Welt haben wieder allen Grund, sich zu fürchten: IO Interactive und Square-Enix rufen mit Agent 47 einen der prominentesten und besten Auftragsmörder der Videospielgeschichte aus dem Ruhestand zurück. Kann der schweigsame Glatzkopf auch in episodischer Form mit bewährten Killer-Qualitäten überzeugen oder geht dem Einstiegs-Paket von Hitman zu schnell die Puste aus?

Zurück auf Anfang

Anstatt eine direkte Fortsetzung zu Hitman: Absolution in Angriff zu nehmen, drehen die dänischen Entwickler die Uhr zurück: Das gilt nicht nur für die Story-Ebene, bei der sich ein junger 47 mit Gedächtnisverlust zunächst den beiden Aufnahmeprüfungen stellen muss, bevor er unter der Obhut seiner Agentenführerin Diana Burnwood als Auftragsmörder bei der International Contract Agency (ICA) anheuern darf. Denn auch hinsichtlich des Spieldesigns wagt IO Interactive den Schritt zurück und verabschiedet sich von der recht linearen Struktur und den kleinen Arealen, auf die man in Absolution gesetzt hatte. Stattdessen orientiert man sich bei diesem episodischen Reboot wieder stärker an Hitman: Blood Money und gibt Spielern damit nicht nur mehr Bewegungsfreiheit bei der Erkundung der weitläufigen Areale, sondern fördert anhand zahlreicher Wege und Varianten gleichzeitig auch die Kreativität, wie man sich Zugang zu gesperrten Bereichen verschafft und die Zielpersonen schließlich eliminiert.

Die Verkleidungen spielen dabei einmal mehr eine zentrale Rolle. Denn im Gegensatz zu anderen Schleich-Einsätzen wie etwa bei Metal Gear Solid, Thief oder Splinter Cell kommt es bei Hitman weniger darauf an, sich wie ein tödlicher Schatten von einer dunklen Ecke zur nächsten zu schleichen. Stattdessen geht man hier den umgekehrten Weg und sucht regelrecht die Menschenmenge, um in der Masse unterzutauchen. „Bloß nicht auffallen“, lautet die Devise und so schwingt man als Kellner auch schon mal den Wischmob oder betätigt sich als Barmann, um keine unnötige Aufmerksamkeit zu erregen. Trotzdem muss man weiter auf der Hut sein: Manche Leute kennen z.B. ihre Kollegen und schöpfen auch dann Verdacht, wenn man sich ihnen in einer Verkleidung nähert. Die entsprechenden Personen werden mit einem kleinen Symbol über ihren Köpfen markiert, so dass man ihnen gezielt aus dem Weg gehen kann. Alternativ nutzt man Ablenkungsmanöver, die vom einfachen Werfen einer Münze über Krach und mutwillige Zerstörung bis hin zu überschwemmten Waschbecken führen.

Sinnvolle Entsorgung

Schaltet man Wachen und andere Leute aus, um entweder an ihre Klamotten zu gelangen oder sie von ihrem Posten wegzulocken, sollte man immer darauf bedacht sein, keine Spuren zu hinterlassen. Zum Glück finden sich in der Regel genügend Schränke, Eistruhen und zur Not auch andere „stille Örtchen“, wo man seine Opfer verschwinden lassen kann. Wie schon in den Vorgängern gilt auch hier: Tötungen abseits der Zielpersonen sollte man vermeiden, wenn man am Ende eine gute Bewertung erhalten will. Man sollte sich also genau überlegen, ob man Unschuldigen als Alternative zum Ohnmächtig-Würgen unbedingt das Genick brechen oder ihnen eine Kugel in den Kopf jagen muss. Trotzdem ist es selbstverständlich möglich, den blutigen Weg zu wählen. Doch zum einen raubt man sich damit einen Großteil der Spannung und zum anderen holen die schwer bewaffneten Wachen den Spieler bei einem zu brachialen Vorgehen schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Trotzdem entdeckt man viele Schlupflöcher, wie man seinen Verfolgern entkommen kann. Da wäre z.B. das Untertauchen in der Menge oder der Weg zur Toilette, wo man idealerweise oft sogar noch einen Schrank findet, in dem man wieder von der Bildfläche verschwinden kann. Eine übertrieben sichere Bank ist der Fluchtweg über die Häuserfassade: Baumelt man an Vorsprüngen, klettert an Kanten oder Außenwänden entlang, ist man vor den Adleraugen der Verfolger meist sicher, weil sie es zu oft versäumen, ihren Blick nach oben zu richten oder an einem Geländer auch mal nach unten zu schauen. Darüber hinaus gibt es weitere Schwachpunkte bei der KI, wenn meine Anwesenheit trotz geringem Abstand und Sichtlinie nicht wahrgenommen wird oder die Tätersuche eher den Eindruck eines unkoordinierten Hühnerhaufens erweckt. Etwas befremdlich wirkt zudem die Tatsache, wie rüpelhaft sich manche Nebenfiguren den Weg durch die Menge bahnen. Gerade in solchen Situationen, in denen Charaktere strikt und auffällig ihrem Skript-Pfad folgen, verpufft zu schnell die Illusion, sich in einer authentischen Spielwelt zu befinden. Zudem hätte ich mir gewünscht, dass die Ausgänge zum Abschluss der Missionen stärker mit den Identitäten bzw. Verkleidungen in Relation gesetzt werden. 

Positiv dagegen, dass die Umwelt überwiegend gut auf meine Aktionen reagiert – sei es aufgrund meiner ungewollt verdächtigen Handlungen oder den bewusst inszenierten Ablenkungen. Es macht einfach Spaß, mit diesem Element zu experimentieren und zu schauen, ob meine Taten Konsequenzen nach sich ziehen. Dabei muss es nicht unbedingt relevant für die Mission oder den Spielablauf sein: An einer Stelle kann man z.B. einem TV-Team während der Aufnahme durch das Bild rennen und erntet ein entsprechendes Dankeschön des Kameramanns und der Moderatorin.

Quelle

www.4players.de
6 Testergebnis
Und täglich grüßt das Meucheltier

Hitman 2 ist ein würdiger Nachfolger des ersten Teils. Das Episoden-Format funktioniert immer noch gut und setzen die einzelnen Schauplätze wunderbar in Szene. Während ich mit dem Multiplayer-Ghostmode aufgrund des hohen Frustfaktors nicht glücklich werde, begeistert mich die Sniper-Koop umso mehr. Was ich anfangs als langweilige Zielübung abtat, erwies sich schlussendlich als wirklich spaßiges Such- und Logikspiel, bei dem ich auch nach der vierten, fünften, sechsten Spielrunde noch immer Neues entdecke. Somit ist Hitman 2 für mich nicht nur eine gelungene Offline-Erfahrung, sondern sorgt auch im Multiplayer für eine Mordsstimmung.

Grafik / Optik
6
Suchtpotenzial / Fun
5
Langzeitmotivation
6.5
Preis / Leistung
6.5
MMOGA

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